Mass Customization

Der Begriff „Mass Customization“ wurde von Stanley M. Davis 1987 in seinem Buch „Future Perfect“ erstmalig beschrieben als ein Trend bei dem Firmen auf mikrosegmentierten Märkten individualisierbare Produkte in Kleinstauflagen bis zur Losgröße „1 Stück“ anbieten. Der erste Teil „Mass“ bezieht sich auf das durchaus große Volumen der zusammengezählten Sonderanfertigungen jener individuell angepassten (engl. „custom“) Produkte. Es werden Güter für einen relativ großen Markt produziert, während die speziellen Bedürfnisse der Kunden trotz der Anpassung wirtschaftlich und ohne höhere Kosten hergestellt werden können.

Historische Entwicklung

Ian McCarthy hat 2004 folgende Definition formuliert:

The capability to manufacture a relatively high volume of product options for a relatively large market (or collection of niche markets) that demands customization, without tradeoffs in cost, delivery and quality.

Besonders bemerkenswert: Mass Customization kann auch als Revolution an den Produktionsmaschinen betrachtet werden, denn während sonst Marketers, Designer, Vorstände etc. über Art, Aussehen und Zusammensetzung von Produkten bestimmen, ist bei Mass Customization der Kunde selbst der „Gestalter“ und kann aus den bereitgestellten Bausteinen auswählen und innerhalb vorgegebener Regeln die Bausteine anpassen.

Die historische Einordnung wurde von Frank Pillar wie folgt zusammengestellt:

Diagramm der zeitlichen Entwicklung der Mass Customization
Mass Customization als Weiterentwicklung von Einzel-, Varianten- und Massenfertigung bei immer weiter steigender Markt – und Leistungsanforderungen, beginnend bei einer eher „Not- und Basis Versorgung nach dem Krieg“ über immer ausgeklügelte und in der Qualität zunehmende Produktvarianten.

Produktkonfiguratoren & Live-Produktvisualisierung

Sollen möglichst viele Menschen in den Genuss der Produktionsmittel kommen, müssen die technischen Produktionsspezifika in den Hintergrund treten, ja sogar vollständig ausgeblendet werden. Da diese Herstellungsdetails jedoch nicht einfach ignoriert werden können, wird ein leicht bedienbares Frontend benötigt (siehe auch Frontend-Design), welches „nebenbei“ eine Auge auf die Realisierbarkeit der Produkte hält, während der Kunde Spaß beim Ausprobieren hat.

Die Eigenständigkeit bei der Produkterstellung führt direkt zum Bedarf die einzigartigen Produkte sehenden Auges betrachten zu können, um einzuschätzen zu können, ob das zusammengestellte „Werk“ den gewünschten und gewohnten Qualitätsmerkmalen genügt (siehe auch Produktvisualisierung).

Es versteht sich von selbst, dass hier keine Fotografien im Vorfeld vorbereitet werden können, da erst zum Zeitpunkt der Konfiguration klar ist, was der Kunde will und was nicht. Das Produktbild muss daher in hoher Qualität unter Berücksichtigung aller gewählter Eigenschaften live erzeugt werden.

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